"Eigene oder fremde Entscheidung? - Künstliche Intelligenz und der Verbraucher" wird unter der Rubrik Digitale Transformation in der Wirtschaft der Plattform Verbraucherpolitik in der digitalen Welt besprochen.

 

Im Rahmen des in Ludwigshafen stattfindenden und von der Metropolregion Rhein-Neckar ausgerichteten Digitalgipfels wird sich der SRIW zu den Herausforderungen künstlicher Intelligenz äußern. Die Kernfragen werden sich hierbei selbstredend im Kontext eines angemessenen Regulierungsrahmens befinden.

Zur Beantwortung dieser vermeintlich einfachen Frage des optimalen Regulierungsrahmens sind jedoch zunächst wichtige Aspekte rund um künstliche Intelligenz zu klären.

Hierzu zählt ein gesellschaftlich einheitliches Verständnis des Begriffes „Künstlicher Intelligenz“. Ohne ein einheitliches Verständnis ist eine fundierte Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken dieser Technologie nicht denkbar.

Im Anschluss können unter Rückgriff der eruierten, konkreten Herausforderungen sinnvolle Lösungen diskutiert werden. Hierbei wird es vermutlich eines flexiblen, in seinen Grundthesen aber eindeutigen Rechtsrahmens bedürfen. Dieser wird Fragen der Transparenz, Fairness und letztlich auch angemessener Aufsichtsinstrumente berücksichtigen müssen.

Als innovative Technologie, die den Großteil ihrer Entwicklung noch vor sich hat, sollten hierbei auch Instrumente der Koregulierung bei gleichzeitiger Integration kontextual sinnvoller Anreize berücksichtigt werden. Anleihen könnten aus der Datenschutzgrundverordnung gezogen werden, sollten aber je nach Regelungskontext weitergedacht, angepasst und ggf. ergänzt werden.

 

Neben Herrn Staatssekretär Ulrich Kelber, Frau Ninja Marnau (CISPA Center for IT-Security), Prof. Dr. Andreas Oberweis (Gesellschaft für Informatik e.V.), Prof. Dr. Thomas Petri (Bayrischer Landesbeauftragter für den Datenschutz) und Alvar Freude (FITUG e.V.) diskutiert Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V., vertreten durch den Geschäftsführer Jörn Wittmann, am 12. Juni 2017 zu aktuellen Herausforderungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI). Aus Sicht des SRIW bietet KI eine Vielzahl innovativer Chancen. Ebenso wie künstliche Intelligenz einen neutralen, diskriminierungsfreien Prozess leisten kann, werden in künstlicher Intelligenz auch Gefahren einer multiplen fehlgeleiteten Entscheidung gesehen.

Aus Sicht des SRIW sollten die Potentiale der KI daher nicht zu früh nur aus der Risikoperspektive betrachtet werden. Vielmehr sollte frühzeitig gesellschaftlicher Konsens über die gewünschten Rahmenbedingungen erzielt werden. Hierbei sollte aber eine gesetzliche Regulierung mit Bedacht gewählt werden. Es sollten aktuelle und potentielle Probleme eruiert und mit sinnvollen Maßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen begleitet werden.

Hochsensible Bereiche werden voraussichtlich einer vollständig gesetzlich harmonisierten Regulierung bedürfen, wo indessen risikoarme Einsatzszenarien eine Regulierung erübrigen könnten. In den für die Praxis interessanten Einsatzmöglichkeiten zwischen diesen beiden Extremen erscheint ein koregulatorischer Ansatz empfehlenswert. Neben einer glaubwürdigen, die staatliche Aufsicht ergänzenden privaten Monitoring Stelle oder eines Unternehmensbeauftragten für Künstliche Intelligenz z.B. der Datenschutzgrundverordnung angelehnt, sollten auch effektive Anreize für die Wirtschaft zu einem konkretisierendem freiwilligen Aufsichtsregime festgelegt werden.